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Lubrix setzt auf Ölnebel als Schmierstoff

STUTTGART - Die Lubrix GmbH in Schlierbach (Kreis Göppingen) ist einer der fünf Preisträger des mit insgesamt 50 000 Euro dotierten Dr.-Rudolf-Eberle-Preises, der am Montag von Wirtschaftsminister Walter Döring verliehen wurde.

Von Imelda Flaig, Stuttgarter Nachrichten

Lubrix sorgt dafür, dass Werkzeugmaschinen wie geschmiert laufen. Statt auf ein Öl-Wasser-Gemisch setzt der schwäbische Mittelständler auf ein neues Verfahren zum Schmieren und Kühlen der Bohrer in den Fräs- und Drehmaschinen. "Durch Druckluft, die mit kleinen Ölpartikeln versetzt ist'', beschreibt es Lubrix-Chef Ingo Grausam und spricht von Ölnebel und Aerosolen.

Die winzigen Partikel haben es in sich. Wo sie schmieren, lässt sich eine Menge Öl sparen. Der Verbrauch an Kühlschmierstoffen, der derzeit bei rund einer Million Tonnen liegt und eine große Belastung für die Umwelt ist, soll damit reduziert werden. Weil die teure Entsorgung von Altöl entfällt, ist das neue Verfahren auch deutlich billiger. Im Fachjargon heißt es Minimalmengenschmiersystem mit geregelter Aerosolerzeugung. Pro Stunde sind im Durchschnitt nur 25 Milliliter Schmierstoff nötig, wo bei herkömmlichen Verfahren etliche Liter Öl-Wasser-Gemisch zum Einsatz kommen.

Die Herausforderung besteht darin, die Schmierstoffpartikel von Aerosolen kleiner als ein Mikrometer zu erzeugen, so dass sie sich in schnell rotierenden Werkzeugen nicht vom tragenden Luftstrom lösen. Lubrix hat hier die Nase vorn. Idealerweise, so der Lubrix-Chef, bleibt bei dem Verfahren das Werkstück weit gehend trocken. Der 31-jährige Firmenchef hatte die Firma erst im Juli 2001 gegründet. Autokonzerne wie BMW und DaimlerChrysler oder Zulieferer wie Festo zählen zu den Kunden. Das Unternehmen beschäftigt mittlerweile acht Leute und arbeitet kostendeckend.

Mit dem Innovationspreis des Landes Baden-Württemberg, dem Dr.-Rudolf-Eberle-Preis, werden Mittelständler ausgezeichnet, die herausragende technische Innovationen erfolgreich umgesetzt haben. 2003 hatten sich 101 Firmen beteiligt. Unter den ersten fünf Preisträgern war auch die Laempe GmbH (Schopfheim), die für ihr Verfahren zu Herstellung von anorganischen Kernen und Formen 20 000 Euro Preisgeld erhielt. Weitere Preisträger: Aranea (Sinsheim/Recycling aluminiumhaltiger Abwässer), Isis Optronics (Mannheim/optischer Scanner zur verletzungsfreien Diagnose in der Haut) und Nanocraft (Engen/chemische Spitzen zur chemischen Kraftmikroskopie).

Quelle: Stuttgarter Nachrichten / Leonberger Kreiszeitung
Ausgabe vom Dienstag, 18. November 2003 - Ressort Wirtschaft